| Dingo-Gründerväter Lothar Jahn, Peter Will |
Festredner Siegfried Sauer, Lothar Jahn mit Geschenk |
| Hauptredner Hans-Martin Wirth: Laudatio auf Dingo |
Dagmar Jahn und Katharina grote Lambers am Morgen |
Morgens wurde mit
diversen Festrednern in einer feierlichen Matinée das Ereignis
gebührend gewürdigt. Nachdem Lothar Jahn sich bedankt
hatte bei den Akteuren, die Dingo über 3 Jahrzehnte getragen
haben, gab der
Diakoniepfarrer Hans-Martin Wirth einen warmherzigen und humorvollen
Überblick über die Wirkungsgeschichte von "Dingo".
Siegfried Sauer, einst
Vorsitzender des Stadtjugendrings Bad Arolsen, erinnerte daran, dass
mit der Aufführung der Rock-Oper "Dingo" 1980 die Jugendarbeit der
Stadt "aus dem Dornröschenschlaf" geweckt wurde. Er
überreichte ein Plakat von damals als Geschenk. Die Berliner
Musikforscherin Sandra Martini erklärte, welch wirkungsvolle
Anstöße Dingo in den letzten Jahren zur Wiederbelebung einer
Minnesang-Musikszene gegeben hat. Anschließend gab es eine
beeindruckende Videopremiere des Stückes "Elisabeth: Keine wie
wir" zu erleben, die mit viel Applaus gefeiert wurde. Zur Einstimmung
sangen die beiden Hauptdarsteller Eva Wachter und Sebastian Stüer
noch einmal ihr Glanzstück: das liebevolle "Ostertags-Duett" des
Thüringer Fürstenpaars.
| Elisabeth-Video | Szenen mit Eva Wachter und Claudia Heidl |
Nach einer herrlich
scharfen Suppe wurde es lockerer: Während drinnen weitere Videos
liefen und man sich an alten Projekten wie "Avos" und "Michels
Wunderland" erfreuen konnte, gab es im Hof Musik vom Duo Deliberatio,
Gerda Weinreich erzählte Grimmsche Märchen und der
Minnesänger Holger Schäfer spielte auf. Es kam auch zu
einigen spontanen Sessions, während bei Kaffee und Kuchen und
Klingenberger Rotem Sekt der alten Zeiten gedacht wurde. Viele
Ehemalige waren erschienen und feierten gemeinsam mit den Akteuren und
Freunden des Hofgeismarer Musiktheaters. Hier bewies Bernd Bonnet, der
für Speis und Trank zuständig war, sein Organisationstalent.
| Märchenerzählerin Gerda Weinreich |
Holger Schäfer und Karin Gunia |
spontaner Gesang auf dem Hof |
Nachdem man sich am
Büffet gestärkt hatte, ging es in die ausführliche
letzte Runde: Dingo-Leiter Dr. Lothar Jahn ließ in seinem
Rückblick "Große Lust und große Leiden" 30 Jahre Revue
passieren - von der Rock-Oper Dingo im Jugendzentrum Hofgeismar
über die Entgegennahme des Carl-Maria-von-Weber-Preises in Dresden
(1988) und die Rügen-Tournee (2003) bis hin zum Sängerkrieg
auf der Clingenburg. Neben Dias, Videos und alten Musikaufnahmen gab es
aber auch viel Live-Musik, die das dreistündige Programm
abrundete. Dabei wurden Lieder aus allen Dingo-Epochen angestimmt.
| Peter Will und Lothar Jahn am Abend |
Bernhard Hartung, der "erste Dingo" |
Zu den Höhepunkten
gehörten der Auftritt des ersten Dingo-Hauptdarstellers Bernhard
Hartung mit der Ballade "Wieder allein" und der Auftritt von Katharina
grote Lambers mit der 68er-Hymne "Unbefriedigt" aus "Michels
Wunderland". Hier überzeugte Andy Bräuer, der bei
vielen Dingo-Stücken dabei war, erneut mit seinen unnachahmlichen
Rock-Gitarrensoli. Als Kontrast dazu beschworen Peter Will und Dagmar
Jahn in herrlicher Zweistimmigkeit die "Stille" als
"schönsten Klang des Universums".
| Dagmar Jahn, Katharina grote Lambers, Andy Bräuer | Susanne Schmidt, Gerda Weinreich, Lothar Jahn |
Nach der Pause stand
die "Mittelalter-Ära" Dingos im Mittelpunkt. Entsprechend hatte
man sich umgezogen. Claudia Heidl und Reinhold
Schmidt erinnerten mit schönen Liedern mit Wizlaw-Liedern an laue
Sommenächte auf Rügen, wozu auch der damalige Geiger Benjamin
Flux aus Flensburg angereist war, der mit warmem Ton die alten Lieder
zu klingen brachte. Frank Limbach las mit beeindruckender Stimme aus
der "Vita St. Elisabethae" von Dietrich von Apolda. Am Ende stimmte der
"Minnesänger des Jahres 2008", Holger Schäfer, noch gemeinsam
mit den Dingo-Musikern sein Sieger-Stück an. Dabei spielte
auch der Sängerkriegs-Spielmann Christian Zastrow aus Braunschweig
mit, der eine stilechte Manesse-Fidel mitgebracht hatte.
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| Dagmar Jahn und Reinhold Schmidt |
Andy Bräuer, Claudia Heidl |
Frank Limbach |
Als Zugabe sangen und
spielten alle Akteure gemeinsam mit Lothar Jahn das Lied "Ein lieblich
Abenteuer", das die Botschaft der künstlerischen Arbeit von 30
Jahren auf den Punkt brachte: "Lieb' lockt Lieb' ans Licht".
Hier zum Download als Worddokument der Vortrag von Hans-Martin Wirth und Lothar Jahns Rückblick.
Vom musikalischen
Jugendtheater über aufwändige Musical- und Kabarettproduktionen
bis hin zum mittelalterlichen Mysterien-Spiel
führte der Weg des Musiktheaters Dingo aus Hessen, das in diesem
Jahr sein 30jähriges Bestehen feiert. Im letzten Jahr zeigte Dingo
zum Elisabeth-Jubiläum mit großem Erfolg seine Produktion
"Elisabeth: Keine wie wir." (Premiere in der Elisabethkirche Marburg),
in diesem Jahr gibt es im August ein Minnespiel im Rittergut
Wülmersen zu erleben. Außerdem begleiten Musiker und Akteure
vom Dingo alljährlich die großen
Minnesänger-Wettstreite mit Teilnehmern aus Deutschland,
Österreich und der Schweiz.
Doch bereits seit 1978 steht der
Begriff "Dingo" in der nordhessischen Kulturszene für modernes, spannendes,
melodiöses Musiktheater mit ansprechenden deutschen Texten. Der Name des Musiktheaters
leitet sich vom australischen Dingo ab, einem Haushund, der in die Wildnis
floh. Er drückt eine Unzufriedenheit mit einer gesicherten und selbstzufriedenen
Existenz aus, die Sehnsucht und Suche nach einem Zusammenleben ohne falsche
Zwänge. Aus dieser Suche entstanden Stücke, die sich kritisch
mit gesellschaftlichen und historischen Themen auseinandersetzten.
Die Geschichte des nordhessischen Musiktheaters begann im Jahre 1978 damit, dass eine kleine Gruppe von jungen Leuten aus dem nordhessischen Raum begann, sich regelmäßig in Hofgeismar zu treffen. Zweck der Übung: eine Annäherung an die von Peter Will und Lothar Jahn geschriebene Rock-Oper "Dingo", einem Stück über Flucht und Suche, inspiriert durch Pete Townshends Rock-Opern "Tommy" und "Quadrophenia". Der Erfolg der Uraufführung am 29. Juni 1978 zum Hofgeismarer Hessentag verblüffte alle Beteiligten und machte Lust auf mehr: Sofort wurde eine Wiederholungsvorstellung auf die Beine gestellt, aus der ganzen Region kamen Auftrittsangebote. Über 50 mal wurde "Dingo" gezeigt.
Aus dieser Arbeit heraus entstand ein Verein, der es sich zur Aufgabe machte, sich dem Medium Musiktheater auf immer wieder neue Art zu nähern. Die musikalische Gestaltung orientierte sich immer stark am Text, den sie nicht nur illustrierte, sondern oft ironisch kommentierte oder gar bewusst kontrastierte. Dieses erprobte Zusammenspiel von Aussage und Form führte dazu, dass Dingo auch die mittelalterliche Musik meist in neuhochdeutschen Nachdichtungen darbietet. Ein zentrales Ausdrucksmittel war von Anfang an der Chorgesang, der ein stark gemeinschaftsbildendes Element darstellte.
Die
theatralische
Umsetzung bestand zunächst nur in einer locker festgelegten
Schauspielimprovisation
zur Bebilderung von Songs, doch im Laufe der Zeit entstanden immer
ausgeklügeltere
Bewegungsabläufe. Dabei wurde der anfängliche Trend zu aufwändigen
Kostümierungen und Bühnenbildern umgedreht und eine Besinnung
auf die Ausdrucksmittel des Körpers und die elementare, schlüssige
Stilisierung gewagt. Elemente aus Kabarett, Pantomime, Musical,
Kammer-Oper, Brecht-Theater und ganz alten, spirituell-kultischen
Theatertraditionen fügten sich zu einer Form zusammen, die sowohl
aufklärerische
Intentionen verfolgte als auch kulinarische Bedürfnisse befriedigte:
Theater für Kopf UND Bauch.
Nostalgische Foto-Galerien
> Vor 30 Jahren: Rock-Oper Dingo, die Fotos der "Gründerzeit"
> 1982 - 1985: Rock-Oper Dingo, Phase 2
> 1986: Rock-Oper Sinas Traum
> 1990/91: Avos!, Deutsche Version der Russischen Rock-Oper
> 1988: Die Rückkehr des Dr. Barschuwe, Waterkant-Grusical
> Elisabeth: Keine
wie wir - Mysterienspiel. Premiere 7.7.2007 Marburg, Elisabethkirche
DINGO
In der Rock-Oper
"Dingo"
(1978) geht es um Matthias, der genug hat von Elternhaus und Schule. Wie
der Dingo, der verwilderte Haushund Australiens, flieht er aus der Zivilisation
in die Wildnis. Er lässt die Sicherheit seines kleinbürgerlichen
Zuhauses hinter sich, um in der Großstadt neue Erfahrungen zu machen:
Drogen, Suff, Sex und Sekten - er probiert alles aus und findet dann die
Liebe. Doch die Freiheit, die er doch eigentlich gesucht hat, bleibt weiter
unerreichbar.
SINAS TRAUM
In der Rock-Oper
"Sinas
Traum" (1983) sucht eine nachdenklich-verträumte Schülerin
nach einem eigenen Weg jenseits von Anpassung und Widerstand - einen Weg,
der intensive Lebenslust und kämpferischen Selbstbehauptungswillen
verbindet. Die nach klassischer Manier durchkomponierte Rock-Oper wechselt
zwischen satirischer Alltagskritik und traumhaften Sequenzen.
DUO MIT UDO
"Duo
mit Udo" (1985) war eine intime Kammerproduktion, die - ohne elektronische
Verstärkung - in kleinen Räumen präsentiert wurde. Es ging
um Grundfragen der menschlichen Existenz und um gesellschaftliche Rituale.
Mit einem Minimalaufwand an Requisiten, Kostümen und Beleuchtung wurde
der direkte Kontakt zu einem aufmerksamen Publikum gesucht.
PAN
Die Rock-Revue
"Pan"
(1986) folgte dem gleichnamigen griechischen Gott, der ein Freund der Liebe
und der Verwirrung war. DINGO bewegte sich in diesem Programm zwischen
liebestollen und angsterregenden Gefilden, wobei die Lust am expressiven
Ausdruck mal im Tiefgang, mal eher im Klamauk endete. Sein besonderes Gepräge
erhielt "Pan" durch die orientalisch eingefärbten Rhythmen.
HEISSE PHASE
Ein großer
Erfolg wurde die bissig-bunte Show "Heiße
Phase" (1986), die als "Wahlk(r)ampf-Rock-Revue" mit stark kabarettistischem
Einschlag einen Gegenpol zur albernen Markenartikelwerbung der Parteien
setzen sollte. In "Heiße Phase" wurden farbenfrohe Plakate und Fähnchen,
lautstarke Parolen und nichtssagende Reden der Politiker mit den ungelösten
Problemen der Zeit wie Umweltzerstörung, Arbeitslosigkeit und Armut
konfrontiert.
SPIEGELSCHERBEN
Das DINGO-Rockmärchen
"Spiegelscherben"
(1988) - eine Neufassung des Dornröschen-Stoffes - beleuchtet auf
spielerische Weise den Prozess des Erwachsenwerdens und die Schwierigkeiten
der Menschen, mit ihren Liebesbedürfnissen umzugehen. Das Mädchen
Myra flieht aus einer gefühlskalten Welt, um das Schloß der
Liebe aus seinem jahrzehntelangen Schlaf zu befreien. Doch nach dem erlösenden
Kuß lauern im Schlosskeller weitere Gefahren für die Liebenden!
Das Stück erhielt 1988 den Internationalen Carl-Maria-von-Weber-Preis
der Stadt Dresden für Rock-Oper/Musical.
DIE RÜCKKEHR
DES DR. BARSCHUWE
"Die
Rückkehr des Doktor-Barschuwe" (1988) war ein "Waterkant-Grusical",
das die furchterregenden Ereignisse in der Kieler Staatskanzlei zum Ausgangspunkt
hatte. Wie Dr. Mabuse, der in immer wieder neuer Gestalt seine Missetaten
verrichtet, so kommt auch "Dr. Barschuwe" zurück. Mit Anspielungen
auf Horrorfilm, Musical, Fernseh-Krimi und Western wurde das spannende
und absurde Szenario in Szene gesetzt.
AVOS!
Mit der Rock-Oper"Avos!"
(1990) wagte DINGO die deutschsprachige Inszenierung eines Moskauer
Erfolgsstückes. In dem Werk geht es um den gescheiterten Versuch eines
Abenteurers aus dem 19. Jahrhundert, Brücken zwischen Ost und West
zu bauen. Die aufwendige Produktion mischte orthodoxe Kirchen-Chöre,
elektronische Klänge, schwermütige Volksweisen und Heavy-Rock.
Sie bemühte sich um ein Verstehen der Veränderungsprozesse im
zerfallenden "Ostblock". "Avos!" war DINGOs Beitrag zum Kasseler Kulturprojekt
"Begegnung mit der Sowjetunion" und stieß auch überregional
auf große Resonanz.
GALA 15 JAHRE
DINGO
1993 wurden
dann auf einer großen Galaveranstaltung in Hofgeismar zum 15-jährigen
Jubiläum von "Dingo" die Höhepunkte aus allen Stücken vorgestellt.
Die "kontinuierliche, facettenreiche Arbeit" von DINGO wurde dann 1994
von der HNA-nahen Paul-Dierichs-Stiftung mit einem Preis ausgezeichnet.
Dabei wurde der "eigenwillige Akzent im Kulturleben der Region" herausgestellt.
MICHELS WUNDERLAND
1994 hatte
die Rock-Revue "Michels Wunderland"
Premiere. Das Stück wurde bis 1996 mit großem Erfolg gespielt:
5 Jahrzehnte Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurden vorgestellt
- von der "Stunde Null" über die Aufbaujahre und die Studentenrevolte
bis hin zum Aufbruch der Ökologie-Bewegung und dem Mauerfall. Das
großdeutsche Finale findet im Festzelt statt. Die Musik der Szenen
entsprach jeweils gängigen Zeitstilen.
WIR (WE)
1995 wurde
das Musical "Wir" ("We") nach dem Roman von Samjatin als Beitrag zum internationalen
Wettbewerb "Musical Of The Year" erarbeitet. Es geht um die Zukunft in
einer streng reglementierten, nach angeblich wissenschaftlichen Kriterien
gelenkten Welt. Das Musical ist in englischer Sprache als Querschnitt auf
Tonträger erhältlich.
MINNE, TRAUTE
MINNE
2001 hatte
die neue Dingo-Produktion "Minne,
traute Minne" Premiere als Ergebnis einer Auseinandersetzung mit
der Musik und der Literatur des Mittelalters. Gezeigt wird ein Sängerwettstreit
in einem Jahresreigen des 13. Jahrhunderts. Damit begann ein neues Kapitel
der Dingo-Geschichte, die nun geprägt wird durch Live-Darbietungen
ohne elektronische Verstärkung und einen starken Bezug auf das Mittelalter.
LIEDER VON LIEBE, LUST UND LEID
Das
Mittelalter war nicht nur düster, es war lebendig und voller
Farben: Das Musiktheater Dingo stellt dies mit seinen "Liedern von Liebe, Lust und Leid"
(seit 2001) in Scheunen und Mühlen, in Burghöfen oder auf Märkten unter
Beweis. Voller Sinnlichkeit und zupackender Erotik, dann aber auch
wieder zart und zurückhalten: Das ganze Spektrum des Lebensgefühls der
Minnesänger und fahrenden Musikanten wird aufgeblättert, natürlich mit
historisch inspriertem Instrumentarium, Spielwitz und manchen
szenischen Einlagen.
KRIPPE UND
KREUZ
"Krippe
und Kreuz" (1988 als Tonträgerproduktion entstanden, 2002
und 2003 von Dingo live gespielt) setzte sich mit den unterschiedlichen
Facetten des Weihnachtsfestes auseinander: Erlösungshoffnung und Konsumterror,
Familienseligkeit und Streitlust, Brot für die Welt und Kuchen für
die Reichen: Mit einer Collage aus literarischen und eigenen Texten, Weihnachtsliedern
und -gedichten näherte Dingo sich der Faszination und dem Horror der
Weihnachtszeit.
WIZLAW, DER VERFÜHRER
"Wizlaw, der Verführer"
(2003) war ein Werk, das das gesamte musikalische Schaffen des
Minnesängers Wizlaw von Rügen mit einbezog, und sich dem
Leben des begnadeten Sängerdichters, der als Fürst allerdings
glücklos blieb, widmete. Das Stück wurde erstmals im Rahmen
einer Rügentournee des Musiktheaters Dingo vorgestellt (Premiere
in Ummanz), um dort auf Wizlaws Spuren zu wandeln und den "verlorenen
Sohn zurück zur Insel zu bringen", wie damals die Ostsee-Zeitung
schrieb.
O MARIA FLOS VIRGINUM
Keine Theaterproduktion, dafür die erste Eroberung des Kirchenraumes durch Dingo, stellte das Programm "O Maria Flos Virginum" (2004) dar. Das
Programm, von dem es auch einen Live-Mitschnitt gibt, bietet
"Mittelaltermusik zwischen Minne und Maria". Dabei werden
Parallelen deutlich zur Preisung der edlen und reinen "vrouwe", die dem
Ritter, der ihr dient, stets unerreichbar bleibt, und der Anbetung der
Heiligen Jungfrau. Das Programm wird vom Ensemble immer gern
wieder aufgenommen, da das Singen und Spielen in Klostern, Kirchen und
Kapellen Raum gibt für Besinnung und Meditation.
SÄNGERKRIEGE
Seit 2005, dem ersten großen Minnesänger-Wettstreit,
der vom MIttelaltermagazin Karfunkel und www.minnesang.com
präsentiert wurde, ist das Musiktheater Dingo fester Bestandteil
von Sängerkriegen auf diversen Burgen. Sieben Sänger aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz treten gegeneinander an
und werben um die Gunst der Burgherrin. Dazu spielen zahlreiche
Musikanten auf, der Criticus Meister Frauenlob
(Dingo-Gründungsmitglied Peter Will) und der Henker Stempfel
(Bernd Bonnet, seit 2001 bei Dingo) lauschen genau. Neben dem
Hauptpreis der Burgherrin wird auch ein Publikumspreis vergeben.
ELISABETH: KEINE WIE WIR,
Zum 800. Geburtstag Elisabeth von Thüringens zeigte das Musiktheater Dingo sein Mysterienspiel Elisabeth: Keine wie wir.,
das erstmals am 7. Juli 2007 in der Elisabeth-Kirche Marburg
präsentiert wurde. Geboten wurde eine Lebensgeschichte der
Heiligen Elisabeth fern von Pomp und Musical-Kitsch, "Elisabeth in
Nahaufnahme", wie sie sich vor allem aus dem Studium der Aussagen ihrer
Dienerinnen erschloss, die kurz nach ihrem Tode protokolliert wurden.
Die Lebensgeschichte wurde mit Musik aus Elisabeths Zeit verbunden.
MUSIKALISCH BEGLEITETE VORTRÄGE
Des häufigeren spielt das Musiktheater Dingo auch auf, um Vorträge
von Dr. Lothar Jahn zu historischen Themen musikalisch und
szenisch zu illustrieren. Egal, ob der Klassiker "Minnesang - der
Blues des Mittelalters", Vorträge zu den Sängern Wizlaw oder
Walther, zum Sängerkrieg auf der Wartburg oder zum Leben der
Heiligen Elisabeth - Gesang und Spielfreude aus dem Dingo-Ensemble
geben einen höchst lebendigen Einblick in das Lebensgefühl
längst vergang'ner Tage.