AVOS!
Deutsche Inszenierung der russischen Rock-Oper
Avos - Plakat von Delia Henss
Plakat der Dingo-Inzenierung, Gestaltung: Delia Henß

Russlandszene Dagmar Jahn als Maria
Video mit kurzen Ausschnitten Video "Marias Augen" Dagmar Jahn

»Die hervorragende Inszenierung der Gruppe DINGO hat in mitunter leidenschaftlichen Bildern dem Zuschauer mit dieser Parabel vom Warten, Aufbrechen, Ausprobieren und Scheitern einen kleinen Einblick in die Leidensfähigkeit und Duldsamkeit des russischen Volkes gewährt. Bühnenbild, Kostüme und die Leistungen aller Akteure waren so perfekt akzentuiert, daß die Zielrichtung dieses Stückes bis zuletzt überzeugend blieb. Der nicht endenwollende Beifall des begeisterten Publikums war der verdiente Beweis dieser brillanten Arbeit.«
Hinterländer Anzeiger, 25.11.91

Wizlaw und Agnes
Resanov (Peter Will, rechts) kämpft beim Minister (Thania Hafez) links um eine Genehmigung. Mitte: der trinkfeste Offizier Chvostov (Thomas Buchhaupt)

»Petersburg im Jahre 1799: Ein russischer Visionär beabsichtigt eine spektakuläre Außenhandelsexpedition. Sieben Jahre später geht er im Hafen von San Francisco vor Anker. Doch der Traum vom Brückenschlag zwischen Rußland und Amerika scheitert. Soweit der historische Hintergrund der erfolgreichsten sowjetischen Rock-Oper 'Avos!', die das Rocktheater DINGO unter der Regie von Biele Emmenberger und der musikalischen Leitung von Lothar Jahn in der Kulturfabrik Salzmann präsentierte. Die um Geige, Kontrabaß, Flöte und Blechbläser erweiterte Rockband von DINGO spielt die Musik live ein und bringt die Kulturfabrik zum Vibrieren. Eine zentrale Rolle spielt der 15köpfige Chor, in dessen machtvollen Gesängen die ganze Schwermut des leidenden Volkes widerhallt. Er wie auch die Gesangssolisten meistern ihren Part mit bemerkenswerter Intensität, erfüllen die extrem unterschiedlichen Anforderungen, die zwischen Oper, Chanson und Rocksound variieren. Von Momenten schlichter Klarheit über monumentale Gefühlsaufwallungen bis hin zu fast kabarettistischen Einlagen spannt sich auch in den Darstellungsmitteln ein kühner Bogen.«
HNA Kassel, 30.10.90

Lothar Jahn

Amerika: Das war in der Dingo-Inszenierung auch die Rock-Musik - oben Dingo-Leiter Dr. Lothar Jahn im Flower-Power-Look, rechts Gitarrist Andy Bräuer.

»Mit einer ungewöhnlichen Flut von Eindrücken begeisterte am Samstag die russische Rock-Oper 'Avos!' in der Version des Rocktheaters DINGO die Zuschauer in der überfüllten Jahnturnhalle in Immenhausen. Die Geschichte mit ihren Bezügen zur heutigen Sowjetunion und der Lähmung des Landes kurz vor der Perestroika wirkte über die Vorführung hinaus. Dramatik, Tragik, Abenteuer, Liebe, Glauben, Philosophie, Witz und Leid wechseln sich ab in dieser Oper, die eine kühne Mischung darstellt aaus Hard-Rock, eingängiger Folklore und russisch-orthodoxen Kirchenliedern.«
HNA Hofgeismar, 14.1.91


 
 

 

1990, nach der Grenzöffnung, war das Interesse groß für das, was sich hinter dem "Eisernen Vorhang" tat. Im Rahmen des Kasseler Kulturprojektes "Begegnung mit der Sowjetunion" erarbeitete Dingo eine deutsche Fassung der russischen Rock-Oper "Avos!" von Alexej Rybnikov ("Junona i Avos"). Es war mit ca. 40 Akteuren das bisläng größte Projekt in der Geschichte des nordhessischen Musiktheaters.
>> Hier findet sich die Foto-Galerie, in der man die Inszenierung gut nachvollziehen kann.

Claudia Weißing als Conchita
Claudia Weißing als Conchita. Sie wartet 30 Jahre auf  ihren Liebsten.

Die Handlung
Das Stück verarbeitet die Lebensgeschichte des russischen Grafen Resanov, der Anfang des 19. Jahrhunterts gelebt hat. Der 1. Teil "Russland" beginnt mit dem Begräbnis von Resanovs Frau. Er fühlt sich mit 40 Jahren bereits alt, hat aber noch große Pläne: Er möchte eine Handelsbrücke zwischen Russland und Spanisch-Kalifornien errichten. Er ersucht die Mächtigen um Unterstützung und Genehmigung seines Vorhabens, wird aber immer wieder vertröstet. Er bittet, bettelt, fleht und betet, doch erst als er sich bereit erklärt, die Schiffe auf eigene Kosten zu erwerben und nach einem fulminanten Auftritt der Jungfrau Maria höchstpersönlich kann er wirklich in See stechen.  Nach einer stürmischen Überfahrt verhandelt Resanov mit dem Gouverneur von San Francisco, der zwar zum Austausch von Geschenken, aber nicht zu einer dauerhaften Handelsverbindung bereit ist. Die Moral der Seeleute sinkt: Es wird viel Wodka getrunken und randaliert, Resanov verliebt sich  in Conchita, die 15-jährige Tochter des Gouverneurs, die zudem bereits verlobt ist. Er verführt sie beim Nachtgebet. Nach einem Duell mit dem rasenden Verlobten Federico gibt dieser Conchita frei. Der Gouverneur ist  einverstanden mit der russisch-amerikanischen Hochzeit, Resanov muss aber erst nach Russland zurück, um die Genehmigung der Kirche für eine erneute Ehe einzuholen. In Sibirien gerät er in ein Unwetter und stirbt im Fieberwahn. Conchita wartet dreißig (!) Jahre auf ihn, bis sie schließlich ins Kloster geht und die erste Nonne San Franciscos wird. Ein versöhnliches Halleluja-Finale fordert die Liebenden und die Völker der Erde zum Miteinander auf.

Hauptdarsteller:
RESANOV - Peter Will
CONCHITA
- Claudia Weißing
MINISTER
- Thania Hafez
GOUVERNEUR
- Dietrich Wegner
MARIA
- Dagmar Jahn (damals: Fenner)
ERZÄHLER
- Helmut Günther
POPE
- Andreas Bräuer
FEDERICO
- Achim Schultz
DAVYDOV
- Stefan Best (später: Heinrich Hadding)
CHVOSTOV
- Markus Breindel (später: Thomas Buchhaupt) 

Regie:
Biele Emmenberger

Musikalische Leitung: Lothar Jahn
Kostüme: Delia Henß
Technik: Christoph Gerste, Till Münch (damals: Jeziorek) 
Band: Jörg Teibach (g, v), Dirk Bänfer (b),Andreas Bräuer (g, fl), Gino Farozic (dr), Christoph Teichmann (v, tp), Dirk Lilienthal (b),  Jana Steinmaier (sax), Peter Blau (b), Lothar Jahn (kb, g). 


Matrosen

»AVOS!«-LINKS

>> DVD der russischen Originalfassung
Bei amazon.com gibt es das Video von 1996 der Erfolgsfassung mit Nicolai Karatchencov und Anna Bolshova.
>> 
Tschechische Avos-Seite

 Zur tscheschischen Inszenierung von "Junona i Avos".
>> 
"Die Platte meines Lebens"
Artikel aus der Zeit von Alina Bronsky über "Avos!"

Andreas Bräuer

>> 
You Tube Videos zu "Avos!"
Neben vielen Ausschnitten aus der Moskauer Inszenierung gibt es dort diverse Interpretationen von Avos-Liedern, vor allem von "Ja tebja ni kogda" ("Schwarze Kirschen").
>>  "Der letzte Lobgesang"
Tolles Video des Schluss-Höhepunktes der Rock-Oper mit Nicolai Karatchencov auf der Videoplattform vimeo.
>> CD-Bestellung
Hier kann man für 15 Euro plus 3 Euro Versand eine CD mit dem Querschnitt der deutschen Fassung von Musiktheater Dingo bestellen.