MAGDEBURGER REQUIEM
CD-Single
von und mit Lothar Jahn
Erscheinungsdatum: 16.8.2026
Eigenvertrieb
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> Cover Artwork in Originalgröße, mit KI von Lothar Jahn erstellt in Holzschnitt-Optik (jpg)
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> Noten des Songs als pdf, Leadsheet als pdf.
Cover Magdeburger Requiem

PRODUKTINFO 
   

Nach dem hoch gelobten Instrumentalalbum "Dreams of 75" (2022) mit einem durchlaufenden Stück und dem Liedermacher-Album "Alte Weggefährten" (2025) meldet sich der Hofgeismarer Musiker Lothar Jahn nun mit einer ungewöhnlichen Single-Produktion von fünfeinhalb Minuten Länge zurück. Der Titel des Stückes ist "Magdeburger Requiem".

Das Lied beginnt so, wie man es von einem Requiem erwartet: mit einem elegischen Kirchen-Orgelvorspiel - wird also die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts schon für tot erklärt? Auch auf dem in Holzschnittoptik gehaltenenen Cover-Artwork sieht man sie ja in Flammen stehen, während die bekannten vier apokalyptischen Reiter die Stadt verlassen, über der noch vier Harzhexen fliegen, ohne sie mit Zauberkräften noch retten zu können. Doch der Liedermacher und Musiker Lothar Jahn, in Sachsen Anhalt vor allem durch seine zwanzig Jahre währende Leitung und Organisation des Falkensteiner Minneturniers bekannt, möchte die Stadt und das kleine Land, das ihm ans Herz gewachsen ist, nicht aufgeben.

Das Orgelvorspiel täuscht: Ein kurzes Schlagzeug-Intro bricht die Beerdigungs-Stimmung auf, der folgende, recht eingängige Gesangspart wird mit einem treibenden Groove unterlegt. Mit poetischen Bildern, die in der Geschichte und der Sagenwelt des Landes ihren Ursprung haben, verarbeitet Lothar Jahn seine Eindrücke von drei Sachsen-Anhalt-Aufenthalten in diesem Jahr. Es ist eine Mischung aus Liebeserklärung und Mahnung. Er beschreibt die Idee dahinter so: "Hier habe ich unvergesslich schöne Stunden verbracht und nette Menschen kennen gelernt. Ich liebe den Harz, die Burgen und Schlösser, die Pflege von Kunst und Kultur. Aber ich habe in letzter Zeit auch einiges Irritierende und Verstörende erlebt. Da ich das Land in den letzten Monaten gleich dreimal bereist hat, sind Eindrücke zurück geblieben, die schließlich zu einem Lied hin drängten." Das aktuelle gesellschaftliche und politische Klima spielt dabei genauso herein, wie Elemente aus Sagen und Märchen und die schreckliche Geschichte der oft bedrohten, zerstörten und verbrannten Stadt Magdeburg.
Zwischen den Strophen ertönt in einem auffälligen Tonartwechsel eine kurze Melodie, die von der Rauschpfeife intoniert wird - einem Rohrblattinstrument aus dem 16. Jahrhundert, dessen Klang an eine Schalmei erinnert. Dieser instrumentale Refrain über einem archaischen Bordunklang verstärkt die geschichtlich inspirierten Bilder im Text und ist gleichzeitig eine Hommage an die Minnesang-Veranstaltungen auf der Burg Falkenstein.

Zu allererst kam Lothar Jahn die Anfangszeile in den Sinn: "Vier Fahnen weh'n über Friedrichsbrunn, das soll eine Drohung sein: Schon bald herrscht im Lande in neuer Ton, Ihr stellt Euch am besten drauf ein." Jahn verarbeitet darin die ärgerliche Beflaggung mit vier hohen Fahnen hoch über dem Luftkurort, der zu Thale gehört. Mitten im Zentrum und über allem wehen zwei AfD-Fahnen im Zusammenspiel mit zwei Deutschlandfahnen. Jahn, der in Friedrichsbrunn Urlaub machte, beschwerte sich über diese "optische Machtergreifung" beim Bürgermeister der Stadt, Maik Zedschak (CDU). Herr Zedschak antwortete: ""Die Stadt Thale hat auf private, politische Bekundungen grundsätzlich keinen unmittelbaren Einfluss. Wir möchten zugleich betonen, dass sich die Stadt Thale den Grundwerten unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet fühlt. Unser Anliegen ist ein offenes, friedliches und demokratisches Zusammenleben aller Bürgerinnen, Bürger und Gäste." Hier findet sich der genaue Briefwechsel.

Im weiteren Verlauf des Liedes geht es zunächst um sterbende Bäume im Harz als Folge des Klimawandels. Lothar Jahn dazu: "An diesem Punkt zeigt sich besonders die Ignoranz der AfD - angeblich will sie die Heimat schützen und erhalten, doch über die Zerstörung von Landschaft und Natur geht sie ignorant hinweg und nimmt wissenschaftliche Erkenntnisse und offensichtliche und für jeden inzwischen im Alltag spürbare Folgen der Krise nicht zur Kenntnis." In diesem Verhalten sieht der Musiker ein Grundmuster, sich die Wirklichkeit nach eigenem Ermessen zurecht zu biegen. Dabei schreckt man auch nicht davor zurück, alte Zeiten schön zu reden - seien es die 90er Jahre, als die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt bei 20 % lag und die Kriminalitätsrate doppelt so hoch war, oder sei es die angeblich so viel bessere DDR-Zeit, deren Hymne man dann auch schon mal anstimmen darf. Und natürlich wird auch die NS-Zeit verharmlost, wer darauf hinweist, dem attestiert die Partei in ihrem Sachsen-Anhalt-Programm eine "Identitätsstörung",  die nach Ansicht der Partei durch eine sogenannte „patriotische Wende“ in der Kulturpolitik „geheilt“ werden soll. 

Solches Gerede führt dazu, dass in den sozialen Medien und den Leserbriefspalten inzwischen immer offener Vernichtungsfantasien ausgesprochen werden: Dabei werden Erschießungen, Vergewaltigungen und sogar Konzentrationslager als legitimes Mittel betrachtet, den politischen Gegner mundtot zu machen.  "Viele sehen sich durch den AfD-Erfolg dazu ermutigt," so Lothar Jahn: "Deshalb ist meine Schluss-Strophe sehr düster ausgefallen - die Geier kreisen über dem Naumburger Dom, die Schornsteine beginnen wieder zu rauchen, die Gewalt regiert die Straße, bis Friedhofsruhe herrscht."Jahn sieht sein Lied als einen ein Appell, sich zu besinnen und Vernunft und Freiheit nicht leichtfertig aufzugeben.

Lothar Jahn lebt in Hofgeismar (Nordhessen), macht seit den Siebziger Jahren Musik, spielte in Rock- und Folkbands, entwickelte Rock-Opern, Singspiele und Kabarettprogramme. Er leitet Minnesängerwettstreite, ist Carl-Maria-von-Weber-Preisträger und moderiert monatlich seine Fernsehsendung "Lothars Liedertreff" beim Kasseler Lokalfernsehen. 2019 erschien "Lothars Liederbuch" mit 100 eigenen Liedern in Text und Noten, das dazu gehörige Album enthielt 20 davon. 2022 erschien beim amerikanischen Label "Lion" sein viel beachtetes Instrumentalalbum "Dreams of 75" als CD und Vinyl, eine Hommage an die 70er Jahre, die Lothar Jahn mit dem Musiktheater Dingo 2025 auch live auf die Bühne brachte.  Mit dem Album "Alte Weggefährten" wandte sich Jahn wieder verstärkt der Liedkunst zu. Seine Vorbilder für das aktuelle Lied sieht er bei Reinhard Mey, Manfred Maurenbrecher, Christof Stählin und Wolf Biermann.

Eingesetzte Instrumente zum Gesang von Lothar Jahn, alle selbst gespielt:
Gitarrenlaute, Orgel, zwei Akustikgitarren, E-Bass, E-Drums, Stahlsaiten-Leier, E-Piano, Crwth (ein walisisches Saiteninstrument), Dudelsack-Bordun
Gastmusikerin: Claudia Heidl (Rauschpfeife)
Texte, Musik und Arrangements: Lothar Jahn

Kontakt, Interviews und weitere Informationen:
Lothar Jahn, Guderoder Weg 6,34369 Hofgeismar, 05671-925355
lothar-jahn.de, E-mail-Kontakt  
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