Dr. Lothar Jahn
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Eindrucksvolle Darbietung
VocaMe in der Klosterkirche Lippoldsberg
(Veröffentlicht in der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine,
Hofgeismar, 13.6.2013)

Voca Me

Zwei ganz frühe Komponistinnen standen im Mittelpunkt eines geistlichen Konzertes, das der Kultursommer Nordhessen in der Klosterkirche Lippoldsberg zeigte. Das Ensemble VocaMe nutzte die großartige Akustik und die ehrwürdige mittelalterliche Atmosphäre des Kirchenraumes für eine eindrucksvolle Darbietung.

Der erste Teil des Konzertes war von einem Namen bestimmt, den viele Gäste an diesem Abend wohl zum ersten Mal hörten: Kassia. Die Tochter eines hohen Militärs lebte in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts in Konstantinopel. Der Kaiser Theophilos soll um sie geworben haben, sie schreckte ihn jedoch durch ihre Schlagfertigkeit. So gründete sie ein Frauenkloster und schrieb Hymnen mit oft drastischem Inhalt, vor allem über das grausame Schicksal christlicher Märtyrerinnen wie Christina und Edessa. Die Melodien wurden in einer Art Neumenschrift notiert, die lange als unentschlüsselbar galt. Doch der amerikanischen Wissenschaftlerin Diane Touliatos gelang inzwischen eine Übertragung mit musikalisch überzeugendem Ergebnis.

Michael Popp dienten die einstimmigen Gesänge als Vorlage für raffiniert ausgetüftelte Arrangements. Diese können ganz spärlich sein, wenn Popp auf nur einem Instrument wie der Fidel, der persischen Laute Tar  oder dem orientalischen Hackbrett Santur den Unisono-Gesang improvisatorisch begleitet. Sie können aber auch geradezu opulent überwältigend wirken, wenn Popp die Melodien mit mittelalterlichen Satztechniken wie Parallelführung in Quinten und Quarten zu Liegetönen in eindringliche Chorsätze fasst. In Lippoldsberg wurde auch die Raumakustik durch Wechsel der Standorte der Sängerinnen geschickt genutzt, so dass man oft mitten im Klang saß und reizvolle Echowirkungen erlebte. Kassias Hymnen wirkten bei aller klösterlichen Zurückhaltung stets expresssiv und wurden mit leicht orientalischer Note gewürzt, was von Michael Popp dann auch noch durch den spröden Klang der heute vor allem in der türkischen Musik verbreiteten Kurzhalslaute Oud unterstützt wurde.

Deutlicher Einschnitt

Der Wechsel auf die Harfe markierte dann einen deutlichen Einschnitt: Nun ging es ins hohe Mittelalter hinein. Der zweite Teil des Konzertes gehörte ganz der erst im letzten Jahr heilig gesprochenen Hildegard von Bingen (1098 – 1179). Ihr ging es darum, durch die Musik eine Verbindung zwischen der irdischen und der himmlischen Sphäre zu schaffen, in dem sie ihre Gottesvisionen in Worte und Klänge fasste. Geradezu frappierend ist der Verlust des Zeitgefühls, der sich beim endlosen Durchschreiten der Tonräume in weit ausholenden, unregelmäßigen Bögen einstellt. Mit großer Ruhe und Eindringlichkeit gaben sich die vier Sängerinnen Gerlinde Sämann, Sarah M. Newman, Sigrid Hausen und Petra Noskaiová der Inspiration durch Hildegards Musik hin. Das Publikum lauschte gebannt und fasziniert diesem paradiesischen Widerhall.




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